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Aktuell

Narzissmus

 

Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Narzissmus

 

Von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind etwa 1 % der Bevölkerung betroffen. Hiervon ist das Verhältnis zwischen Mann und Frau 75% zu 25% verteilt. Zeittypisch ist die narzisstische Selbstverliebtheit, die von der Persönlichkeitsstörung abgegrenzt werden muss.

 

In der psychoanalytischen Therapie geht man davon aus, dass die Betroffenen in der Kindheit zu wenig Liebe und Anerkennung von den Eltern bekommen haben. Das führte zu einem Verhalten, das ständig die eigenen Fähigkeiten überbetont und sich nach außen übertrieben positiv darstellt.

 

In der kognitiven Verhaltenstherapie geht man von einer extrem positiven Behandlung, abgöttischen Liebe, Bewunderung und Idealisierung in der Kindheit durch die Bezugspersonen aus.

 

Symptome, die für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sprechen:

  1. Die Betroffenen brauchen ständig Bewunderung und Bestätigung.
  2. Sie haben ein übertrieben positives Selbstbild, teilweise Größenphantasien.
  3. Sie haben ein grandioses Verständnis der eigenen Wichtigkeit und erwarten deren Anerkennung durch die Anderen.
  4. Sie halten sich für einzigartig und pflegen daher nur mit einzigartigen oder großartigen Menschen Kontakt.
  5. Sie haben ein extremes Anspruchsdenken.
  6. In zwischenmenschlichen Beziehungen verhalten Sie sich ausbeuterisch und manipulativ.
  7. Sie wirken sehr arrogant und verhalten sich auch so.
  8. Sie haben kein Einfühlungsvermögen, keine Empathie entwickelt.
  9. Sie sind selbstherrlich und halten sich für grandios.
  10. Sie sind extrem kränkbar, was den Umgang mit ihnen zusätzlich erschwert.

 

Die Liste ist noch weit umfangreicher, wobei die oben aufgezählten Symptome das Wesen sehr deutlich beschreibt.

 

Die Betroffenen haben keine innere Stabilität, keine inneren Werte, nach welchen sie leben. Aus diesem Grund wahren sie immer den Schein nach außen, wobei sie im Inneren sehr unsicher sind, was sie jedoch unbedingt verbergen müssen.

 

Um das außerordentlich positive Selbstbild aufrecht erhalten zu können, sehen andere sie als sehr freundliche, eloquente Menschen, die immer einen netten Spruch auf den Lippen haben und mit Komplimenten nicht geizen. Sie können sogar außerordentlich reizend, sehr charmant sein, wenn Sie einen Menschen (oft geht es um das Beeindrucken eines potentiellen Partners oder eines Menschen, von welchem sie sich einen Vorteil erhoffen) für sich einnehmen wollen.

 

Ein Narzisst (ich benutze hier die männliche Form, der Einfachheit halber) erreicht sein Ziel, eine Partnerin von sich zu überzeugten immer mit Leichtigkeit – er ist dann freundlich, charmant, redegewandt, attraktiv, erfolgreich und interessant – und zudem wird er seine Partnerin mit Zuneigung und Aufmerksamkeiten überschütten. Er ist dabei extrem einfallsreich und hat immer etwas ganz Besonderes für sein Gegenüber zu bieten.

 

Selbst kritische Menschen fallen immer wieder auf Narzissten herein, vielleicht weil sie einfach nicht zu greifen und dennoch sehr charmant sind. Ein Narzisst erspürt die geheimsten Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse des Gegenübers, was ihm beim Erobern des Gegenübers zu Gute kommt. (Später wird er mit dieser Fähigkeit in den Wunden des Gegenübers beinahe lustvoll herumbohren.) Gleichzeitig ist er so geschickt mit dem Jonglieren von Worten, Zeiten, Situationen, dass das Gegenüber sich immer in einem gewissen verwirrten Zustand befindet. Und sollte der Narzisst doch einmal unglaubwürdig für sein Gegenüber sein und leise (er ist ja so liebevoll und großartig – es kann sich nur um ein Missverständnis handeln) Zweifel aufkommen, so dreht und wirbelt er so geschickt seine selektiven Wahrheiten durcheinander, dass dem Gegenüber ganz schwindelig wird und Selbstvorwürfe und schlechtes Gewissen aufkommen und der Zweifel im Keim erstickt wird.

 

Hat der Narzisst seine Beute erst einmal fest in der Hand, braucht es meist Jahre, bis die Betroffenen anfangen zu zweifeln und sich möglicherweise gar trennen möchten. Jetzt kommt der schwierigste und kraftraubendste Akt überhaupt. Meist aber ist es umgekehrt. Der Narzisst trennt sich, da es im anderen Falle eine immense Kränkung für ihn bedeuten würde, was wiederum fatal für sein Gegenüber sein wird.

 

In der Zwischenzeit ist leider folgendes passiert. Der Narzisst hat sein „Opfer“ gründlich benutzt und lässt es oft in einem katastrophalen Zustand zurück. Die Partner von Narzissten weisen folgende Symptome auf:

  1. Völlig kraftlos und ausgesaugt.
  2. Sind Depressiv.
  3. Haben Schlafstörungen.
  4. Sind tief verzweifelt.
  5. Ziehen sich zurück.
  6. Fühlen sich schuldig.
  7. Sind völlig verwirrt.
  8. Weisen eine extreme innere Unruhe und Ängste auf.
  9. Können sich nicht mehr konzentrieren.
  10. Haben das Selbstwertgefühl verloren.
  11. Sind psychisch instabil.
  12. Körperliche Symptome wie Migräne, Gewichtsverlust, muskuläre Verspannungen u.v.m. sind keine Seltenheit.

 

Niemand kann nachempfinden, was es heißt mit einem Narzissten zu leben, geschweige denn sich von einem Narzissten zu trennen.

 

Menschen, die mit einem Narzissten zusammengelebt haben, brauchen in der Trennungsphase intensive Unterstützung von außen. Allein, ohne Hilfe, ist es vorprogrammiert, dass sie auf die immer wieder aufflackernden "Liebes-Spielchen" des Narzissten wieder und wieder hereinfallen. Dieser kann wunderbar glaubhaft versichern, dass er sich ändern werde bzw. sich schon geändert habe. Und dann beginnt die „Charmante Phase“!! des Narzissten erneut – wie ganz zu Beginn der Beziehung.

 

Um diese Phase einigermaßen unbeschadet zu überstehen, muss ein Mensch sehr stark und stabil sein! Ohne Hilfe durch verständnisvolle und großzügig unterstützende Freunde, Verwandte und Therapeuten ist dies kaum denkbar.

Und dennoch kann es gelingen!

 

Praxis

Charlotte Stoeckel

Heilpraktikerin für Psychotherapie

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und

 

Slevogtstr. 29
76829 Landau- Leinsweiler

 

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